kulturhof / linz
STÄDTEBAU
Der Hauptzugang im Nordwesten ist klar durch das Portal im bestehenden Dreikanthof definiert. Auf dem freien Bauplatz dahinter ergänzt der punktuelle Neubau im Südosten das Bestandsgebäude. Angelehnt an die benachbarte Wohnbebauung fügt er sich als Solitär städtebaulich ein und ist parallel zum Dreikanthof ausgerichtet. Der Eingang des Veranstaltungsgebäudes KULTUR HOF 3.0 erfolgt in Verlängerung der Hauptwegachse durch den Innenhof über die zentrale Treppenanlage mit Sitzstufen oder über die barrierefreie Rampen. Die Zufahrt für Radfahrer und PKWs ist im Nordwesten angelegt, zudem dient diese zur Anlieferung für die Bühne. Die Bebauungsstruktur bettet sich auf dem umfassend renaturiertem Grundstück in eine parkähnliche Grünzone ein, die sich ausgehend vom Innenhof über das gesamte Grundstück Richtung Süden erstreckt und zugleich den neuangelegten Gastgarten miteinbindet, welcher separat vom Strassenraum erschlossen ist. Gegliedert wird die Grünzone durch den erweiterten Baumbestand sowie ergänzende Pflanzenzonen.
ARCHITEKTUR + FUNKTIONALITÄT
Bei der Gestaltung wurde besonders auf einen dezenten und kompakten Baukörper Wert gelegt. Das Untergeschoss verschwindet fast vollständig im Gelände und birgt Platz für 10 Parkplätze sowie 30 Fahrrad Stellplätze. Darüber schwebt das Erdgeschoss durch seine vorgesetzte weisse Streckmetall-Fassade. Das Vordach rahmt die Eingangssituation und wirkt zugleich als Witterungsschutz . Auf 380m² ist ein grosszügiges Foyer und der weitläufige Veranstaltungssaal angeordnet dieser birgt im hinteren Bereich ausreichend Platz für die Bühnenarbeit. Ein eigener privater Eingang für die Schauspieler führt vom Untergeschoss über das interne Treppenhaus diekt in den Backstagebereich. Die Werkstatt und Bühne kann von Aussen über einen Deckenkran beliefert werden. Die Fassade im Südwesten kann öffnenbar ausgeführt werden, um den Veranstaltungssaal grosszügig mit dem Aussenraum zu verbinden und würde sich somit in den Sommermonaten um ein Veranstaltungszelt mit ca . 15 x 20 m nochmals umfangreich erweitern lassen. Der bereinigte Bestand bleibt in seiner ursprünglichen Form des Dreikanthofs als Hauptgebäude erhalten. Im Erdgeschoss ist die Verwaltung neu angeordnet, durch den zentralen Erschliessungskern sind die Proberäume in den Obergeschossenbarrierefrei zugänglich. Um den Dachraum optimal zu nutzen ist die Traufe des Nordosttrakts durch eine langestreckte Gaube auf die Höhe von 9.00m der angrenzenden Dachgaube angehoben und angelehnt an die Materialität des Neubaues ebenfalls mit weissem Streckmetall verkleidet, somit wird auch eine ausreichende Verschattung im Sommer sichergestellt.
WIRTSCHAFTLICHKEIT + KONSTRUKTION
Das Untergeschoss wird wie der aussteifende Erschliessungskern in Stahlbeton ausgeführt. Das Erdgeschoss ist als konstruktiven Holzbau angedacht, der besonders durch die massiven CLT-Deckenträger im Innenraum erlebbar wird. Punktuelle grosszügige Fenster sind hinter der vorgehängten Fassade aus Streckmetall zu erahnen und sorgen für ausreichend Belichtungsflächen. Die Dachkonstruktion wird mittels CLT-Elementen als begrüntes Flachdach ausgeführt. Im Bestandsgebäudes bleibt die Struktur samt Decken und wesentlicher statischer Elemente unverändert, lediglich die Innenräume werden funktional angepasst und durch einen modernen zentralen Treppenhauskern erschlossen. Zudem wird der Dachraum im Nordtrakt zum Innenhof orientiert durch einen Holzbau erweitert und durch Fensterbänder belichtet..
ÖKOLOGIE + SOZIALE LÖSUNG
Durch die Platzierung der Parkplätze im Untergeschoss wird eine zusätzliche Bodenversiegelung vermieden und dafür Platz für weitläufige Aussenanlagen geschaffen. Die teilweise begrünte Vorhangfassade trägt zur identitätsstiftenden Rezeption des Entwurfs bei, indem sie sommerlicher Überwärmung entgegenwirkt und für natürliche Beschattung und Kühlung sorgt. Grossflächige Öffnungen dienen zur natürlichen Lüftung des gesamten Bauvolumens, wodurch die haustechnischen Anlagen auf ein Mindestmaß reduziert werden können. Integrierte Schallabsorber sorgen für eine optimale Raumakustik und innenräumlichen Komfort. Auf dem begrünten Dach des Neubaus findet sich ausreichend Platz um Photovoltaikmodule installieren zu können.