feuerwehr / gmunden
ORTSPLANUNG
Im nördlichen Teil des Bauplatzes fügt sich der Neubau des Feuerwehrgebäudes als schlichte Kubatur entlang der vorhandenen Baufluchtlinie ein und ist nach
Südosten ausgerichtet. Das quer ausgerichtete Treppenhaus bildet den Haupteingang, verbindet beide Volumen und wird ins Untergeschoss erweitert. An der
Südwestseite des Treppenhauses betont ein dezentes Vordach den bestehenden Haupteingang des Gebäudes. Im Norden erschliesst ein Gehweg den Garten
des Kapuzinerklosters. Parallel zum Klostergarten fügt sich die neu definierte Grundgrenze harmonisch an. Dadurch entsteht im Nordosten eine Platzsituation
zur Durchfahrt und Revisionsmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge. Die bestehenden Parkplätze werden auf 17 Stück erweitert und samt Grüninseln neu angelegt.
Ein barrierefreier Parkplatz wurde ebenfalls angedacht.
FUNKTIONALITÄT
Der gemeinsame Eingang und das zentrale Treppenhaus verbinden den Neubau mit dem bestehenden Feuerwehrgebäude, die im Splitlevel zueinander
angeordnet sind. Im Untergeschoss des Neubaus ist die Umkleide der Damen untergebracht, welche durch einen Lichtschacht hell durchflutet wird. Zudem
erstreckt sich im Kellergeschoss das Katastrophenschutzmateriallager, welches durch einen Lastenaufzug samt überdachter Ladezone im Erdgeschoss
erschlossen wird. Die neue Fahrzeughalle fasst Platz für vier Einsatzfahrzeuge, wobei ein Stellplatz die Durchfahrt ermöglicht. Der Atemschutzraum ist
strassenseitig mit eigenem Eingang angeordnet, während die Werkstätte im Nordosten zum Parkplatz ausgerichtet ist. Der Stabsraum, die Jugend und
Reserveflächen sind im Obergeschoss angeordnet. Dort dient ein Vordach über der Fahrzeughalle als Witterungs- und Sommerlicher Wärmeschutz, optional
kann dieser auch als Terrasse genutzt werden.
ARCHITEKTUR
Die beiden rechteckigen Grundrisse des Neubau und des Bestandsgebäudes erstecken sich entlang einer gemeinsamen Baufluchtlinie, welche westlich
ausgerichtet ist. Die beiden Bauabschnitte sind klar im Gebäudevolumen ablesbar. Der Neubau als Flachdach ausgeführt, wird durch vorgesetzte
Stahlbetonelemente in Sicht gerahmt. Die umschliessende Blechfassade nimmt die Materialität des Bestandes auf und bildet somit ein verbindendes Element
zum Bestandsgebäude. Die Rahmenfarbe für die neuen Tore und Fenster ist in schlichtem Schwarz gehalten. Optional könnte die farbliche Anpassung auch im
Bestand erfolgen. Der Raster als wesentliches Entwurfselement des Neubaus ist auch im Bestand ablesbar und kann bei einer Fassadensanierung ebenfalls
farblich herausgearbeitet werden. Die bestehende Eingangssituation (Tonnendach) wird rückgebaut und durch ein langgestrecktes Flachdach ersetzt. Dieses
fungiert ebenfalls als verbindendes Element und definiert einen neuen grosszügig überdeckten Zugang mit überdachten Fahrradabstellmöglichkeit.
Auf eine farbige Gestaltung in Rot wurde bewusst verzichtet um dem Gesamtensemble ein zeitloses Aussehen zu verleihen.
KONSTRUKTION + WIRTSCHAFTLICHKEIT
Die Umsetzung des Rohbaus ist komplett in Stahlbeton vorgesehen und auf einem wirtschaftlichem Achsraster aufgebaut. Die Herstellung in Fertigteilbauweise
ermöglicht eine kurze, kostensparende Bauzeit und frühzeitige Einsatzbereitschaft des Neubaus. Im Sockelbereich dienen die kerngedämmten Fertigelemente
zudem als Anfahrschutz Innen und Aussen.
Für die Fassadegestaltung ist eine hinterlüftete PREFA Stehfalzblechfassade in Kupferfarbe angedacht. Diese wird durch eine verspielte Fensteranordnung in
beiden Geschossen aufgelockert. Zudem sorgen ausreichende Fensterflächen an der Hauptfassade im Südwesten für die geforderte Belichtung.
Das Flachdach kann begrünt ausgeführt werden und bietet zudem ausreichend Platz für eine leistungsstarke PV-Anlage.
KLOSTERGARTEN
Bei der Positionierung des Neubaus wurde darauf geachtet so wenig wie möglich Fläche des Klostergartens in Anspruch zu nehmen. Im Zuge des Neubaus soll
die Mauer entlang der Parkplätze Traunsteinstrasse abgebrochen und die Gartenanlage als Naherholungsfläche zur Stadt hin geöffnet werden.